Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026
Eine Kostenschätzung aus dem Jahr 2023 ist heute nicht mehr richtig, auch wenn am Projekt nichts geändert wurde: Die Preise für Bauleistungen sind seitdem gestiegen. Wie stark, misst der Baupreisindex des Statistischen Bundesamts (Destatis). Dieser Ratgeber erklärt, was in den Index einfließt, was er nicht abbildet, wie Sie Referenzkosten damit auf den aktuellen Preisstand umrechnen und wie die aktuellen Zahlen aussehen.
Der Baupreisindex misst, wie sich die Preise für Bauleistungen über die Zeit verändern. Er ist eine Messzahl: Im Basisjahr 2021 liegt der Durchschnitt bei 100. Ein Wert von 141,7 bedeutet, dass Bauleistungen im Mittel 41,7 % mehr kosten als im Durchschnitt des Jahres 2021.
Destatis veröffentlicht mehrere Baupreisindizes, darunter Neubau von Wohngebäuden (konventionelle Bauart), Bürogebäude, gewerbliche Betriebsgebäude, Ingenieurbau (zum Beispiel Straßen) und die Instandhaltung von Wohngebäuden. Für die meisten Leser dieses Ratgebers ist der Index für Wohngebäude der relevante.
So entsteht der Index laut Destatis:
Der Index bezieht sich auf Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Mehrwertsteuer. Nach unserer Einordnung entspricht das grob den DIN-276-Kostengruppen 300 und 400. Nicht enthalten sind das Grundstück (KG 100), Außenanlagen, Baunebenkosten wie Planerhonorare (KG 700) und die Finanzierung (KG 800).
Wägungsschema und Basisjahr: warum 2021 = 100 nicht die ganze Geschichte erzählt
Das Wägungsschema bestimmt, wie stark einzelne Bauleistungen in den Gesamtindex einfließen. Große Gewichte haben im Wohnungsbau zum Beispiel Beton- und Mauerarbeiten sowie Heizungsanlagen. Destatis aktualisiert das Schema etwa alle fünf Jahre aus realen Abrechnungsunterlagen. Dabei wurde ab dem Berichtsmonat Mai 2024 auf das Basisjahr 2021 = 100 umgestellt. Der BlitzFin Baukostenrechner (BKR) nutzt weiterhin Q1/2015 = 100, weil die Basis die Berechnung von Preisänderungen nicht beeinflusst: Preisänderungen sind Verhältnisse, unabhängig vom Nullpunkt. Ein Wechsel des Basisjahrs skaliert nur die Zahlen. Die 2021er Basis hat allerdings den Nachteil, dass sie verdeckt, wie stark die Preise vor 2021 gestiegen sind. Wer Kostenentwicklungen über längere Zeiträume vergleichen will, braucht eine weiter zurückliegende Basis oder muss historische Indizes nachschlagen.
Datenstand: Berichtsmonat August 2026, veröffentlicht von Destatis am 9. Oktober 2026. Diese Seite wurde am 17. Oktober 2026 aktualisiert. Die Werte beziehen sich auf den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude, Bauleistungen am Bauwerk, einschließlich Umsatzsteuer, 2021 = 100.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Preisindex Neubau Wohngebäude, August 2026 | 141,7 | Destatis, Tabelle Baupreisindizes |
| Veränderung zu August 2025 | +5,5 % | Destatis, Pressemitteilung Nr. 360 vom 9.10.2026 |
| Veränderung zu Mai 2026 | +1,0 % | Destatis, Pressemitteilung Nr. 360 |
| Rohbauarbeiten, Veränderung zum Vorjahr | +5,4 % | Destatis, Pressemitteilung Nr. 360 |
| Ausbauarbeiten, Veränderung zum Vorjahr | +5,7 % | Destatis, Pressemitteilung Nr. 360 |
| Instandhaltung Wohngebäude (ohne Schönheitsreparaturen), Index August 2026 | 145,6 | Destatis, Tabelle Instandhaltung |
| Instandhaltung Wohngebäude, Veränderung zum Vorjahr | +6,0 % | Destatis, Pressemitteilung Nr. 360 |
| Gewerk | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|
| Betonarbeiten | +4,3 % |
| Mauerarbeiten | +4,2 % |
| Dachdeckungsarbeiten | +7,6 % |
| Zimmer- und Holzbauarbeiten | +7,2 % |
| Erdarbeiten | +6,1 % |
| Heizanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen (u. a. Wärmepumpen) | +5,2 % |
| Metallbauarbeiten | +5,0 % |
| Elektro-, Sicherheits- und informationstechnische Anlagen | +7,2 % |
| Wärmedämm-Verbundsysteme | +5,7 % |
Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 360 vom 9. Oktober 2026.
| August | Index (2021 = 100) | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| 2021 | 102,1 | +12,8 % |
| 2022 | 118,9 | +16,5 % |
| 2023 | 126,4 | +6,3 % |
| 2024 | 130,3 | +3,1 % |
| 2025 | 134,3 | +3,1 % |
| 2026 | 141,7 | +5,5 % |
Quelle: Destatis, Baupreisindizes Neubau (Originalwerte) und Veränderungsraten zum Vorjahresquartal, Stand 9. Oktober 2026. Detaillierte Reihen: GENESIS-Tabelle 61261-0002.
Einordnung: Der Preisanstieg war im Jahr 2022 am stärksten (zweistellig im Vorjahresvergleich), flachte bis 2024 und 2025 auf gut 3 % ab und hat im Jahr 2026 wieder angezogen (Februar 3,3 %, Mai 5,0 %, August 5,5 %). Der Index zeigt die Vergangenheit; eine Prognose ist er nicht.
Der häufigste Einsatz: Sie haben Kosten aus einem früheren Zeitpunkt, zum Beispiel ein Referenzprojekt oder eine ältere Kostenschätzung, und möchten sie auf den heutigen Preisstand bringen.
Beispiel: Ein Mehrfamilienhaus wurde im August 2023 für 2.500 €/m² Wohnfläche gebaut (Index 126,4). Der aktuelle Index beträgt 141,7. Faktor: 141,7 ÷ 126,4 = 1,121. Umgerechnet auf den Preisstand August 2026: 2.500 × 1,121 ≈ 2.803 €/m².
Drei Hinweise, damit die Umrechnung belastbar bleibt:
Bei der Instandhaltung und Sanierung im Bestand ist der separate Index für Instandhaltung von Wohngebäuden passender als der Neubauindex, weil er die typischen Arbeiten im Bestand abbildet. Er stieg zuletzt etwas stärker (August 2026: +6,0 % zum Vorjahr).
Der Index ersetzt deshalb keine Kostenermittlung nach DIN 276, er hilft aber, frühe Schätzungen nicht von veralteten Preisen ausgehen zu lassen.
Im BlitzFin Baukostenrechner ist eine Baupreisindex-Anpassung eingebaut: Kosten aus Referenzprojekten werden auf den aktuellen Preisstand umgerechnet, ohne dass Sie die Formel selbst anwenden müssen. Das ist eine Überschlagsrechnung für die frühe Phase, keine Zusage für Angebotspreise. Für Mehrfamilienhäuser gibt es den Mehrfamilienhaus-Baukostenrechner, der auch die Brutto-Anfangsrendite ausweist.
Die Baupreisindizes erscheinen vierteljährlich, jeweils etwa 40 Tage nach dem Berichtsmonat (Februar, Mai, August, November). Der Wert für August 2026 kam am 9. Oktober 2026. Wir aktualisieren diese Seite nach jeder Veröffentlichung; das Datum oben nennt den Stand.
Quelle: Destatis ist die primäre Quelle für alle Indexwerte auf dieser Seite. Die Indexwerte im BlitzFin Baukostenrechner (BKR) werden gepflegt von Stefan Scholz, Stadtblick Architekten. Er aktualisiert sie aus den offiziellen öffentlichen Quellen und projiziert den offiziellen Wohnungsbau-Index einige Quartale in die Zukunft für den BKR. Seine Prognosen haben sich in der Vergangenheit als recht genau erwiesen.
Der Preisindex für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lag im August 2026 bei 141,7 (2021 = 100, einschließlich Umsatzsteuer). Das sind 5,5 % mehr als im August 2025 und 1,0 % mehr als im Mai 2026 (Destatis, Stand 9. Oktober 2026).
Rund 5.000 Baubetriebe melden vierteljährlich die vereinbarten Preise für 183 ausgewählte Bauleistungen. Daraus berechnet Destatis mit einem Wägungsschema einen gewichteten Index (Laspeyres), der nur Preisänderungen misst.
Heutige Kosten = Kosten damals mal Index heute geteilt durch Index damals. Beispiel: 2.500 €/m² im August 2023 (Index 126,4) entsprechen bei Index 141,7 rund 2.803 €/m².
Vierteljährlich, für die Berichtsmonate Februar, Mai, August und November, jeweils etwa 40 Tage danach.
Das Jahr 2021 ist das Basisjahr, sein Durchschnitt ist 100. Ein Wert von 141,7 heißt, dass die Preise 41,7 % über dem Durchschnitt von 2021 liegen. Destatis hat die Indizes ab dem Berichtsmonat Mai 2024 auf diese Basis umgestellt.
Ja. Destatis führt einen Preisindex für die Instandhaltung von Wohngebäuden (ohne Schönheitsreparaturen). Er lag im August 2026 bei 145,6 und damit 6,0 % über dem Vorjahresmonat.
Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 360 vom 9. Oktober 2026; Tabellen zu den Baupreisindizes (Stand 9. Oktober 2026); Erläuterungen zum Baupreisindex; GENESIS 61261-0006 (Instandhaltung). Alle Werte ohne Gewähr.